The Last Days – Martin Prinz / Kulturforum New York

Lesung und Gespräch

Gemaltes Landschaftsbild eines alpinen Dorfes am Fuß eines Bergmassivs. Mehrere Häuser mit hellen Fassaden und steilen Dächern liegen entlang eines Weges, der sich durch die Ortschaft zieht. Im Hintergrund erhebt sich ein bewaldeter Hang, darüber ragt ein felsiger Gipfel. Die Szene wirkt ruhig und ländlich, mit weichen Farben und einem leicht bewölkten Himmel, der das Bergpanorama in gedämpftes Licht taucht.
Bild: Karl Josef Gunsam (1900–1972), Prein an der Rax

2. April

Am 2. April lädt das Kulturforum New York zu einer Lesung mit dem österreichischen Schriftsteller Martin Prinz, der aus seinem Roman The Last Days (2025) liest. Anschließend spricht er mit der Medienwissenschaftlerin und Dokumentarfilmerin Bernadette Wegenstein (Johns Hopkins University) über das Buch und dessen historischen Hintergrund. Der Roman spielt im April 1945 in der Umgebung Wiens und rekonstruiert anhand von Gerichtsakten und zeitgenössischen Dokumenten die letzten Wochen der NS-Herrschaft, in denen trotz des unmittelbar bevorstehenden Kriegsendes weiterhin Menschen von nationalsozialistischen Standgerichten hingerichtet wurden. In der nüchternen Sprache von Prozessprotokollen stellt Prinz Fragen nach individueller Verantwortung, willkürlicher Machtausübung und dem langen Schweigen, das diesen Verbrechen in Österreich folgte. Die Lesung bietet Einblick in ein literarisches Werk, das historische Recherche und erzählerische Reflexion über Erinnerungskultur miteinander verbindet.