
Die Lyrikerin spielt mit Sprache, sieht Worte als ihr Instrument, komponiert mit ihnen eine Sprachmelodie. Viele Jahre hat Siljarosa Schletterer Geige gespielt, doch dann hat sie sich doch entschieden, sich das Verbindende einer poetischen Gesellschaft zum Lebensziel zu machen. Dabei steht das Zusammenspiel von Musik und Sprache im Mittelpunkt ihres Schaffens. Die Geige hat sie zur Seite gelegt.
Ihr erstes Buch hat Siljarosa Schletterer den Flüssen gewidmet. Es heißt Flussdikdate. Die Texte sind direkt an Flüssen und Seen entstanden, personifizieren diese Gewässer und erkunden, was Wasser “diktieren” kann. Koordinaten und Orte spielen dabei eine wichtige Rolle.
„Entschämungen, Körperkantate“, erschienen bei Limbus Lyrik 2025 ist das neueste Buch von Siljarosa Schletterer. Musik, Körper und Sprache finden in diesem Buch zu einem neuen Rhythmus. Und wie der Titel des Lyrikbandes schon sagt, geht es darin um Körper, um Scham und wie sich das transgenerationelle Trauma in unserem Gedächtnis und Körper festsetzt.
Siljarosa Schletterer lebt und arbeitet in Tirol. 2025 hat sie den Literaturanerkennungspreis der Universität Innsbruck erhalten.
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