Stummfilmvorführung / Kulturforum Ottawa

Die Stadt ohne Juden (1924) mit Klavierbegleitung

Das Plakat zu „Die Stadt ohne Juden“ zeigt eine bedrohliche Kreatur, die über einer von Angst und Chaos geprägten Stadt schwebt. Eine fliehende Menschenmenge wird von einem Soldaten kontrolliert. Die düsteren Farben und die bedrohliche Atmosphäre symbolisieren Ausgrenzung, Angst und Antisemitismus.
Bild: Filmarchiv Austria

18. September 2026

Das Österreichische Kulturforum Ottawa und die Cinémathèque québécoise präsentieren eine besondere Vorführung von Die Stadt ohne Juden (1924), einem der historisch bedeutendsten österreichischen Stummfilme, mit Live-Klavierbegleitung des international renommierten Stummfilmpianisten Gerhard Gruber.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen satirischen Roman von Hugo Bettauer aus dem Jahr 1922. Er erzählt von einer fiktiven Stadt, die ihre jüdische Bevölkerung vertreibt und daraufhin einen tiefgreifenden sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Niedergang erlebt. Mehr als ein Jahrzehnt vor dem Holocaust entstanden, erwies sich die Warnung des Films vor Antisemitismus und politischer Vertreibung auf tragische Weise als prophetisch. Nachdem der Film jahrzehntelang als nahezu vollständig verschollen galt, wurde er 2015 wiederentdeckt und ist nun in restaurierter Fassung wieder auf der Leinwand zu erleben.