
23.-26. März
Die österreichische Autorin Theodora Bauer stellte auf ihrer Lesereise durch Istanbul, Konya und Ankara ihren Roman Glühen vor. Darin flieht die Literaturwissenschaftlerin Lima aus ihrem krisenhaften Alltag in ein abgelegenes Bergdorf. Doch zwischen Sommerhitze, Trockenheit und der Begegnung mit dem rätselhaften Michael verschwimmen Realität und Imagination.
Wie in einer Rezension von Gisa Funck (Perlentaucher.de) nachzulesen, deutet Bauer klassische Motive wie das „Madame-Bovary-Syndrom“ neu: Limas Sehnsucht erscheint nicht als Schwäche, sondern als emanzipatorische Kraft. In der Tradition von Arthur Schnitzler verbindet der Roman Begehren mit einem latenten Gefühl von Bedrohung – ein poetischer Text über Liebe, Identität und das Leben in unsicheren Zeiten. Laut Annette van den Bergh (Literaturkritik.de) zeichnet Bauer in diesem Roman „ein nahezu apokalyptisches Grundgefühl der heutigen Generation, eine chronische Überforderung angesichts täglich auf das Individuum einprasselnder Schreckensmeldungen, bei gleichzeitig scheinbarem Fortschritt der Gesellschaft“.