Familie Stojka – Hommage in Paris  / Podcast wissensArt

Kunst im Gespräch

Es ist Harry Stojka auf der Gitarre spielend zu sehen
© Elisabeth J. Nöstlinger

„Gipsy Jazz“, Werke von Ceija Stojka und Gedichte von Johann Mongo Stojka in der österreichischen Botschaft in Paris.

Etwa 200 von ihnen lebten am Simmeringer Enkplatz 2 in Wien. 6 kamen aus Auschwitz-Birkenau zurück. Unter ihnen der Vater von Harri Stojka. Lange Zeit konnte und wollte er nicht über seine Erlebnisse sprechen, begegnete seinen Traumata mit Kunst. Er komponierte, schrieb Gedichte, auch ein Buch. Seinem Sohn Harri erlaubte er das zu machen, wovon dieser überzeugt war, Gitarre zu spielen bis die Finger rauchen. Ausgebildet von seinem Cousin Karl Ratzer wurde aus Harri Stojka ein Meister der Improvisation, einer der bekanntesten Jazzer in Österreich. Seine Gitarre spricht eine Sprache, die Jazz, Blues, Soul und Swing mit der uralten Musiktradition der Roma verwebt. Gemeinsam mit Claudius Jellinek hat er in der österreichischen Botschaft, anlässlich der Soireé die am Holocaust Gedenktag den Opfern der Shoah, insbesondere der Familie Stojka gewidmet war, musiziert, daran erinnert, dass seine Vorfahren durch die Hölle gegangen sind.

Dazu gehört auch seine Tante Ceija Stojka. Auch Sie ist zurückgekommen. Auch sie hat die Traumata durch ihre Kreativität bewältigt. Mit 50 Jahren begann sie zu malen, Bücher zu schreiben. Ihre Werke wurden in der österreichischen Botschaft am „Holocaust Gedenktag“ gezeigt. Es war ein Auftakt zur Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Besançon Ende Februar. Etwa 100 Werke werden von ihr zu sehen sein.

© Elisabeth J. Nöstlinger

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